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Diesel-Gipfel Bundesverband eMobilität kritisiert

Verantwortlicher Autor: Th Deutschland, 06.08.2017, 21:34 Uhr
Presse-Ressort von: Thomas Christian Heidl Bericht 6454x gelesen

Deutschland [ENA] Berlin. 04. August 2017. "Das Ergebnis des Diesel-Gipfels in Berlin war enttäuschend", kritisiert BEM-Präsident Kurt Sigl. "Am Ende wurde der Öffentlichkeit ein fünfseitiges Papier präsentiert - schwammig formuliert und ohne zielführende Lösungsansätze. Damit war der Name des Gipfels schlussendlich auch Programm der Veranstaltung. Fazit: Deutschland hält am Diesel fest.“

Vor dem Hintergrund des bereits begonnenen Bundestagswahlkampfs haben sich die Politiker lediglich mit einer von der Automobilindustrie vorgegebenen Minimallösung zufrieden gegeben. "Damit ist eine einzigartige Chance vergeben worden, die Weichen für eine erfolgreiche Verkehrswende zu stellen. Ganz Europa hätte sich hier ein klares Zeichen in Richtung Zukunft und nicht in die Vergangenheit gewünscht", so Sigl weiter. Auch BEM-Vize-Präsident Christian Heep ist sichtlich unzufrieden: "Aufgrund der nachgewiesenen Betrügereien wäre es ein Leichtes gewesen, sich jetzt endlich massiv für eine Energie- und Mobilitätswende einzusetzen. Genau das Gegenteil ist jedoch geschehen. Die Bundesregierung öffnet der deutschen Automobilindustrie

erneut Tür und Tor, um mehr oder weniger genau so weiter zu machen, wie bisher. Die Vetternwirtschaft zwischen Bundesregierung und Automobillobby kennt scheinbar kaum noch Grenzen. So verkündete der Verband der deutschen Automobilindustrie bereits vor der offiziellen Pressekonferenz von Bundesverkehrsminister Dobrindt und Bundesumweltministerin Hendricks die Ergebnisse des Diesel-Gipfels. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt." Damit die Abgase der Diesel sauberer werden, sollen die Automobilhersteller nun bis Ende 2018 die Motor-Software ihrer Autos verbessern. 25 bis 30 Prozent weniger Stickoxidausstoß soll das bewirken.

Um einen tatsächlichen Umbau der Hardware kommen die Automobilhersteller vorerst herum. "Wir haben ja in der Vergangenheit gesehen, was Software-Updates leisten. Schöne Werte im Testlabor und katastrophale Abgaswerte in der Realität", so Heep. "Insgesamt betrachtet ist der Umgang im Kontext Dieselgate eine Farce, ein öffentliches Trauerspiel, das nun bereits 2 Jahre andauert und die Verbraucher nach Strich und Faden verarscht. Ich fordere Politik, Medien und die Gerichte auf, umgehend Untersuchen einzuleiten, um alle involvierten Manager und Politiker zur persönlichen Verantwortung zu ziehen; insbesondere um weiteren Schaden von Klima, Gesundheit und Volkswirtschaft abzuwenden."

Als Hauptargument für Politik und Automobilindustrie wird wie immer der Erhalt von Arbeitsplätzen in einer der Schlüsselbranchen der deutschen Wirtschaft herangezogen. BEM-Präsident Kurt Sigl erklärt, warum das ein fataler Trugschluss ist: "Ja, wir werden langfristig einige Arbeitsplätze verlieren, wenn wir endlich konsequent anfangen, auf Elektromobilität zu setzen. Aber wir werden alle Arbeitsplätze verlieren, wenn wir das jetzt nicht anpacken." Am Ende bleibt nur die Frage: Wer wird in einigen Jahren die Verantwortung für diese Fehlentscheidungen tragen? Die aktuell handelnden Akteure wohl eher nicht. Das werden unsere nachfolgenden Generationen ausbaden müssen.

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